Ruine der Wasserburg Osten

Ruine der Wasserburg Osten

ö

Allemal ein schöner Ausflug von Wietzow aus. Mit Fahrrädern und Picnic-Ausrüstung eine kleine Flucht für einen Sommertag. Badesachen nicht vergessen!

nach oben

Der Lurenfund von Daberkow

Daberkower Luren

Im Herbst des Jahres 1911 wurden auf einem Acker des Klostergutes Daberkow zu Füßen eines „erratischen Blockes“ (Findling) stark beschädigte Teile zweier aus Bronze gegossener Musikinstrumente gefunden. Im April 1912 wurde der Fund der vorgeschichtlichen Abteilung der Kgl. Museen in Berlin ausgehändigt und als „einer der seltensten Funde, die deutscher Boden zu spenden vermag“ klassifiziert. Es handelte sich um zwei Luren, ca. 3500 Jahre alte, bronzezeitliche Blasinstrumente.

Insgesamt wurden bisher 61 Luren gefunden, die meisten in Dänemark, manche in Schweden und einige wenige in Deutschland. Die meist paarweise gefundenen Luren waren vereinzelt noch in so gutem Zustand, daß sie spielbar waren. Wenn auch heute niemand wissen kann, welche Klänge den Luren in der Bronzezeit entlockt wurden: die Klangfülle und die musikalischen Möglichkeiten des Instruments sind beeindruckend.

Die konischen, sich also stetig verjüngenden Schallrohre der Luren besitzen eine Wandstärke von nur 1mm. Auch erforderte der Produktionsprozeß den Einsatz verschiedener Bronzelegierungen mit verschiedenen Schmelzpunkten. Die heute angefertigten Reproduktionen erreichen diese geringe Wandstärke nicht. Der technische Kenntnisstand vor 3500 Jahren gibt noch heute Rätsel auf.

Deutsche Nazis und die mit ihnen vielfach verflochtenen „Neuheidnischen“ Gruppen versuchen daher seit jeher, die Kulturleistung der bronzezeitlichen Handwerker für ihre Propaganda zu mißbrauchen. So existiert z.B. ein Foto, welches Luren blasende SS-Leute auf dem Lübecker Marktplatz zeigt.

Die Daberkower Originalfundstücke sind nach 1945 von Berlin nach Russland gebracht worden. Wertvolle Repliken unbekannter Herkunft befinden sich, allerdings recht lieblos präsentiert, im Demminer Heimatmuseum.

nach oben

Burg Wietzow

Das heutige Gutshaus stammt aus der Mitte des 18. Jh. Da Wietzow jedoch inmitten unzähliger Zeugnisse aus viel weiter zurückliegender Zeit gelegen ist. ist naheliegend, daß an dieser Stelle schon lange vorher gesiedelt wurde Es wird vermutet, bei Wietzow habe sich seinerzeit eine Furt und damit der bis Demmin einzige Tollenseübergang befunden.

nach oben

Doppelburg bei Tückhude

Zugegebenermaßen erklärungsbedürftig ist dieses Bild. Der Fotograf steht auf dem von Wietzow aus gesehen rechten Burghügel. Zwischen diesem und dem Wald im Hintergrund befindet sich ein ca. 100 m breiter und sehr tiefer Geländeeinschnitt. Der Wald im Hintergrund bedeckt heute den zweiten Burghügel. Zwischen beiden Burghügeln führte der Weg zur Tollense und damit vermutlich zur Furt. Diese Furt soll in Früh- oder gar Vorslawischer Zeit den einzigen Tollenseübergang zwischen Neubrandenburg und Demmin gebildet haben.

nach oben

Alter Postweg

Geht man vom Gutshaus aus durch das Dörfchen Wietzow, erreicht man nach etwa zweihundert Metern den Ortsrand. Hier beginnt der „Alte Postweg“, der teils auf dem Hochufer des Tollensetals, teils direkt an der Tollense nach Klempenow führt. Da noch unbefestigt, dient dieser Weg bisher lediglich als Feldweg für die Landwirtschaft. Das Verkehrsaufkommen ist entsprechend gering. Hier kann man sich noch ein Lagerplätzchen suchen und begegnet mit etwas Glück den ganzen Tag keinem Menschen. Leider muß dieses Gl?ck seit Jahren gegen Bestrebungen verteidigt werden, den Weg zu asphaltieren. Dabei gibt es doch wahrhaftig schon genug Strassen, selbst in der Abgelegenheit Vorpommerns. Wege dieser Art sind dagegen vom Aussterben bedroht. Schade, dass ihr Wert für den Tourismus und damit für die wirtschaftliche Belebung der Gegend so wenig gesehen wird. Glücklicherweise sind sich die Wietzower/innen in diesem Punkt fast hundertprozentig einig: der „Alte Postweg“ darf nicht befestigt werden und Wietzow muß „Sackgassendorf“ bleiben. Es gibt zwar eine asphaltierte Zufahrt, aber bitte keinen Durchgangsverkehr.

Aber nicht nur Natur und Ruhe bietet der „Alte Postweg“, sondern er führt den Spaziergänger auch mitten durch eine Landschft voller historischer Zeugnisse: Die Burg auf der gegenüberliegenden Tollenseseite lag früher wie alle Burgen diesseits, bis der Fluss begradigt wurde.

nach oben

Gefangennahme Blüchers bei Daberkow

Blücher war als Junker in das schwedische Husarenregiment eingetreten, dessen Stammschwadron Graf Ulrich von Putbus gegründet hatte.
Am 29. August 1760 nahm er am Gefecht bei Kavelpaß unweit Daberkow teil, wo ihm das Pferd erschossen wurde. Ein Belling’scher Husar nahm den Achtzehnjährigen gefangen und „eroberte damit seinem Regimente seinen späteren Oberst und Preußen einen seiner Feldherrn.“

Das Bild stellt dar, wie Blücher dem Obersten Belling vorgestellt wird. Es träge den Titel: „Gefangennahme des jungen Blücher bei Daberkow“ und ist von Camphausen gemalt. Das Original befindet sich im Museum in Malmö.

aus: Ernst Asemann (Hrsg), Kurt Krafft, Stralsunder Heimatbücher, Ein Bilderbuch auf das Jahr 1757/58, Verlag Stralsunder Heimatbücher 1930, S. 62

nach oben

ehemalige Tollensefurt

Eine genaue Lokalisierung der Furt ist heute nicht mehr möglich. Irgendwo im Bereich zwischen Wietzow und Tückhude, also möglicherweise dort, wo auf diesem Bild die überschwemmten Tollensewiesen zu sehen sind. Das Bild ist aus dem März 2005 und zeigt im Hintergrund das in der Rekonstruktion befindliche Gutshaus Wietzow inmitten seines Landschaftsparks. Der Anbau rechts ist noch ohne Endanstrich.

nach oben

ehemalige Befestigung

Das heutige Gutshaus stammt aus der Mitte des 18. Jh. Da Wietzow jedoch inmitten unzähliger Zeugnisse aus viel weiter zurückliegender Zeit gelegen ist. ist naheliegend, daß an dieser Stelle schon lange vorher gesiedelt wurde Es wird vermutet, bei Wietzow habe sich seinerzeit eine Furt und damit der bis Demmin einzige Tollenseübergang befunden.

nach oben

Burgwall bei Daberkow

Noch sehr gut zu erkennen: der mittlerweile bewaldete Burghügel, auch der Wassergraben und der ehemalige Übergang auf das Burggelände sind nahezu vollständig erhalten. Die Anlage liegt von Wietzow aus Richtung Daberkow fahrend kurz vor dem Ort rechts auf der Koppel. Nur etwa 200 m entfernt finden sich die vermutlichen Reste eines Siedlungsplatzes und von Großsteingräbern.

nach oben

Kleine Geschichte des Heilbades Hohenbüssow

von Olaf Spillner

Überliefert durch das Demminer Tageblatt aus den Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entsprang plötzlich und unerwartet 1821 in Hohenbüssow eine Heilquelle. Im gleichen Bericht ist von der Umsiedlung der spannfähigen Hohenbüssower Bauern auf kargeres Land  am anderen Ufer der Tollense zu lesen.

Es steht fest, dass zu Trinitates 1821 diese Umsiedlung stattfand. So entstand westlich des Bauerndorfes Tellin die Siedlung Neu-Tellin (8 Bauern auf 4 Doppelhöfen). Während Tellin , damit berechtigterweise den neuen Namen Alt-Tellin annehmen musste  (früher durch einen Schreibfehler hatte es seinen ursprünglichen Namen Tollin verloren), waren die Auswirkungen für Hohenbüssow ganz anderer Art.

Hohenbüssow verlor nicht nur seine spannä?higen Bauern, sondern die gesamte Dorfstruktur wurde verändert. Im Hohenbüssower Bauerndorf standen die Wohnstallhäuser rings um einen See herum. Sie wurden im Rahmen der Regulierung sämtlich abgerissen, der See wurde bis auf den heute noch vorhandenen Dorfteich abgelassen. Eine moderne Gutsanlage entstand. Nur die Kirche blieb im Dorf und am Ende im Westen die Schmiede.

Dazwischen am Rande des ehemaligen Seegrundes wurde die neue Dorfstrasse angelegt, flankiert von Gutsarbeiterhäusern. Im Osten  des Dorfes wurden gewaltige Feldsteinscheunen errichtet aus den Großsteingräbern der Waldkante.

Das alles wurde ermöglicht durch die Steinschen Reformen. Zuständig dafür war hier der Freiherrn Carl v. Genzkow, gerade ansässig geworden auf Schloss Broock.

Das besondere am Gestaltungswillen dieses Freiherrn, war die Anlage eines Heilbades unmittelbar am Friedhof:

1822 entstand das Badehaus (die Gäste kamen von Schloss Broock) 1826 entstanden ein Gesellschafts- u. ein Fremdenhaus. 1835 war Bad Hohenbüssow  auf preußischen Karten eingezeichnet. 1850 war die kurze Geschichte des Fremdenverkehrs schon zu Ende.

Die moderne Landwirtschaft expandierte. Bis 1989 standen 800 Großvieheinheiten in den maroden Ställen. Die Zone der verstärkten Geruchsbelästigung umschloss den Friedhof ebenso, wie das ehemalige Heilbadensemble. Im Dorf wohnten vor allem alte Leute.

Dann kam die Wende. Die Viehproduktion im ganzen Land wurde extrem minimiert. Nicht nur in den Industriegebieten wurde die Atemluft besser.

Auch Neubaubewohner erkannten die Lebensqualität alter Gutsdörfer. Junge Mütter kehrten der Stadt den Rücken und brachten ihre Kinder mit. Doch auch die schönste Landschaft hat nicht verhindert, dass die ersten Kinder inzwischen wieder in den Städten angekommen sind. Ihr Besuch  hier zu Hause ist der Beginn eines neuen Fremdenverkehrs.

Den auszubauen, für ein nachhaltiges Leben auf dem Lande, als Überlebensmöglichkeit neben der Agrarindustrie, das ist eine notwendige schöne Aufgabe.

nach oben

Die Burg Klempenow stellt sich vor

von Norbert Valtin

Im Jahre 1991 entstand aus einem Freundeskreis der Verein KULTUR-TRANSIT-96 e.V. Sein Ziel war es, die Burg zu retten und vielfältig kulturell zu beleben.

Bisher wurden von uns saniert:

– der Nordflügel mit dem Turm,
– die Wirtschaftsgebäude mit Küche und Toiletten,
– der Burghof mit dem Brunnen,
– Teile der Wehrmauer sowie ein ehemaliger Stall direkt
   an der Tollense.

Seit 1992 bietet die Burg ausserdem ein vielfältiges kulturelles Angebot. Von Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche über Kunsthandwerkermärkte bis hin zu klassischen Konzerten und Kunstausstellungen ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Seit 1. April 2007 ist das Burgcafé täglich von 11 – 18 Uhr geöffnet und bietet kleine schnelle Gerichte, die dennoch satt machen und schmecken. Verwendet werden bevorzugt Bioprodukte und Produkte des fairen Welthandels.

Besichtigung der Burg ist möglich Mi – So von 10 – 18 Uhr.

Das aktuelle Angebot finden Sie auf der Website der Burg

nach oben