Alter Postweg

Geht man vom Gutshaus aus durch das Dörfchen Wietzow, erreicht man nach etwa zweihundert Metern den Ortsrand. Hier beginnt der "Alte Postweg", der teils auf dem Hochufer des Tollensetals, teils direkt an der Tollense nach Klempenow führt. Da noch unbefestigt, dient dieser Weg bisher lediglich als Feldweg für die Landwirtschaft. Das Verkehrsaufkommen ist entsprechend gering. Hier kann man sich noch ein Lagerplätzchen suchen und begegnet mit etwas Glück den ganzen Tag keinem Menschen. Leider muß dieses Glück seit Jahren gegen Bestrebungen verteidigt werden, den Weg zu asphaltieren. Dabei gibt es doch wahrhaftig schon genug Strassen, selbst in der Abgelegenheit Vorpommerns. Wege dieser Art sind dagegen vom Aussterben bedroht. Schade, dass ihr Wert für den Tourismus und damit für die wirtschaftliche Belebung der Gegend so wenig gesehen wird. Glücklicherweise sind sich die Wietzower/innen in diesem Punkt fast hundertprozentig einig: der "Alte Postweg" darf nicht befestigt werden und Wietzow muß "Sackgassendorf" bleiben. Es gibt zwar eine asphaltierte Zufahrt, aber bitte keinen Durchgangsverkehr.

Aber nicht nur Natur und Ruhe bietet der "Alte Postweg", sondern er führt den Spaziergänger auch mitten durch eine Landschft voller historischer Zeugnisse: Die Burg auf der gegenüberliegenden Tollenseseite lag früher wie alle Burgen diesseits, bis der Fluss begradigt wurde.